Das bayrische Dekameron von Oskar M. Graf, Konstantin Wecker
Literos VerlagAudiobook-RezensionErotik und Sinnlichkeit brauchen keine Bilder. Die pralle Lebenslust des "Bayrischen Dekamerons" von Oskar Maria Graf ist genug! Über sein 1928 erschienenes Buch sagt der Autor, dass die Geschichten größtenteils wahr sind, er sie also nur niedergeschrieben hat. Ob erfunden oder nicht erfunden, Fakt ist: Die einfache, direkte, manchmal etwas derbe Szenerie des hauptsächlich einfachen Landvolks hat ihren ganz eigenen Reiz. Dazu gehören das Granteln, das Feilschen, das immer benzende Eheweib. Und dazu gehört auch das Körperliche, das man in dieser typisch pfiffig-verschmitzten Art zu verbergen weiß. Das Menschliche und Einfache ist es, wovon der volksnahe, aber auch antifaschistisch engagierte Graf erzählt.
Das bayrische Dekameron von Oskar M. Graf, Konstantin Wecker In den fünf ausgewählten Geschichten findet sich nichts Stilisiertes, nichts Verklärtes. Ohne Verbiegungen und Beschönigungen zeigen sie bayrisches Leben. Mit all seiner sinnlichen Direktheit. Ein passenderer Interpret als Konstantin Wecker konnte wahrscheinlich nicht gefunden werden. Er selbst bekennt sich als großer Verehrer von Graf. Nicht nur wegen seines Werks, sondern auch wegen seines Kampfs gegen die Nazis. Für die Lesung hat er musikalische Stücke improvisiert, die die Geschichten einleiten. Im Hintergrund hört man Wirtschaftsgeräusche. Genau richtig, um sich vom Bayrischen Dekameron erzählen zu lassen. Lesung mit Musik, Spieldauer: ca. 47 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. Kurzbeschreibung
Das bayrische Dekameron von Oskar M. Graf, Konstantin Wecker Spitzbübisch und boshaft, urwüchsig und frivol sind Oskar Maria Grafs kraftstrotzende Geschichten über das bayrische Landvolk zwischen Isar und Inn. Und gibt es einen Besseren als Konstantin Wecker, uns über das pralle Leben zu erzählen?Oskar Maria Graf gehört zu den großen deutschen Volksschriftstellern. 1894 in Berg bei Starnberg geboren ging er 1938 ins Exil nach Amerika, wo er 1967 in New York starb. Grafs Geschichten zeichnen sich vor allem durch wortgewaltige, urwüchsige Komik aus.Der Liedermacher, Sänger, Schauspieler und Schriftsteller Konstantin Wecker wurde 1947 in München geboren. Seine "bitterbösen, teilweise genialisch arrangierten Songs" (Frankfurter Allgemeine Zeitung) gehen unter die Haut und begeistern das Publikum seit den 70er Jahren immer wieder neu. Seine Live-Auftritte sind ein Erlebnis, egal, ob er wider den Mief in unserer Gesellschaft wettert oder aber leisere Töne anschlägt und über zwischenmenschliche Beziehungen nachdenkt. Auch losgelöst von der Musik rechtfertigen die lyrischen Texte und seine Prosa nach Meinung der Kritik einen ernsthaften literarischen Anspruch. REASON: review already exists Der Verlag über das Buch Das fröhlichste und erfrischendste Buch des großen bayrischen Dichters Das bayrische Dekameron von Oskar M. Graf, Konstantin Wecker AutorenporträtOskar Maria Graf gehört zu den großen deutschen Volksschriftstellern. 1894 in Berg bei Starnberg geboren ging er 1938 ins Exil nach Amerika, wo er 1967 in New York starb. Grafs Geschichten zeichnen sich vor allem durch wortgewaltige, urwüchsige Komik aus.Der Liedermacher, Sänger, Schauspieler und Schriftsteller Konstantin Wecker wurde 1947 in München geboren. Seine "bitterbösen, teilweise genialisch arrangierten Songs" (Frankfurter Allgemeine Zeitung) gehen unter die Haut und begeistern das Publikum seit den 70er Jahren immer wieder neu. Seine Live-Auftritte sind ein Erlebnis, egal, ob er wider den Mief in unserer Gesellschaft wettert oder aber leisere Töne anschlägt und über zwischenmenschliche Beziehungen nachdenkt. Auch losgelöst von der Musik rechtfertigen die lyrischen Texte und seine Prosa nach Meinung der Kritik einen ernsthaften literarischen Anspruch.AuszugDas Ausprobieren oder die Katz' kauft man nicht im Sack Die Schneiderbinder-Hanni und die Schneiderbinder-Liesl kennt jeder Mensch in der weitläufigen Pfarrei Endersdorf. Es sind das zwei ledige Schwestern, sie haben das Schneiderbinderhäusl in Raglberg, rechter Hand, wenn man beim Dorf hereinkommt. Eine jede wird auch ihre tausend Mark bares Geld haben und sie leben schiedlich und friedlich zusammen. Das bayrische Dekameron von Oskar M. Graf, Konstantin Wecker Der alte Schneiderbinder ist anno 1028, sein Ehweib im vorigen Jahr gestorben. Damit ich's aber gleich sag', die Schneiderbinderin selig - eine sehr fromme Persönlichkeit bei Lebzeiten - ist eigentlich bloß an dem Ärgernis zugrund gegangen, das wo ihr die älteste Tochter, die Hanni gemacht hat. Nämlich die Hanni, ein Mordstrumm Gestell und gutding ihre dreißig Jahr alt, die Hanni also hat sich seinerzeit mit dem windigen Lermer-Wiggl eingelassen und daraus ist, wie man sich ausdrückt, ein Kind entsprungen. »Ein elendiger Bankert und net amoi a Hochzeit drauf!«, um mit der seligen Schneiderbinderin zu reden, denn der Wiggl ist schon, voreh die Hanni entbunden hat, ins Amerika hinüber und hat nichts mehr hören lassen. Seither sitzen die zwei Schwestern im Schneidertbinderhäusl und das Kind wachst sich ganz schön her. Die Hanni hat genug von den Mannsbildem und läßt sich auf nichts mehr ein, aber sonst ist sie eine lustige Person. Das ledige Kind macht ihr gar nichts aus. Sie mag gut essen, wird von Tag zu Tag umfänglicher und läßt unseren Herrgott einen guten Mann sein. Ganz anders ist's mit ihrer Schwester, der Liesl. ![]() ![]() ![]() Das bayrische Dekameron von Oskar M. Graf, Konstantin Wecker |